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Die Arbeiterfrage unter dem Gesichtspunkte des Vereinsrechtes / Ludwig Bamberger
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Die natürliche Tendenz der Gewertvcrcine.

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Betheiligung der Gewerkvereiue und eine Mitwirkung desVerbandes an denselben statthaft sein soll".

Als Ergebniß dieses Versuches ist iu Gestalt einerNormative für Strikes Anfangs November vom Central-rath ein sehr umfangreicher Entwurf veröffentlicht worden,welcher au geschriebenen Vorsichtsmaßregeln nichts zu.wünschen übrig läßt. Aber während dieser Entwurf uochzur Berathung ausgeschrieben steht, bewährt die an: Schlußdes vorigen Capitels erwähnte Arbeitseinstellung der Stral-sunder Schiffszimmerleute, daß die einfachen, bereits be-stehendem statutarischen Norsichtsschrauben widerstandslossind, uud daß es der Natur der Verhältnisse entspricht,wenn die angeblich leitenden Mächte sich stets wieder vonden turbulenten beeinflussen lassen. So bedauert auchder Sekretär des Vororts des Gewerkvereins der Schiffs-zimmerleute zu Danzig den voreiligen Beschluß, welcheuder Stralsunder Ortsverein gefaßt hat, aber er kann nichtnmhin, da die Sache einmal geschehen ist und ihm aufBilligkeit zu beruhen scheint, Namens des Generalraths,seine Approbation zu gebeu und nmthatkräftige Unter-stützung" zn bitten (publizirt Dauzig, 11. December 187 2). ^

Etwa gleichzeitig erklärt der Ortsvcrein der DanzigerTischler in Form eines Gutachtens über den vom Eentral-rath ausgearbeiteten Entwurf eines Strikereglements, indeni er dasselbe einstimmig ablehnt:

Das Stiikereglement ist nnr eine Phantasie, so wiewir heute in den Vereinen -im Verhältniß zur Zahl gegen-über denen, die außerhalb derselben stehen, sind. UnserStatut ist heute noch zur Regelung' dieser Frage aus-reichend; wenu Strikes ausbrecheu, werdeu dieselben sich

l Die Arbeit wart indessen nach kurzer Unterbrechung wiederaufgenommen.