durch die nicht ganz gleichmäßige Vertheilung der Geschlechterhervorgerufen werden, sehen wir vorläufig ab; hierdurch werdennur verhältnissmässig unerhebliche Abweichungen von der all-gemeinen Regel bedingt und erklärt). Setzen wir ferner voraus,dass die Volksvermehrung in allen Gruppen, welche nach derGrösse der Familie oder, was bei unseren Voraussetzungengleichbedeutend ist, nach der Grösse der Betriebe gebildetwerden, eine gleickmässige ist (inwieweit diese Voraussetzungzutreffend ist, kann ich nicht sagen, da es an Beobachtungenhierüber fehlt; das, was man von dem Zusammenhängezwischen der Volksvermehrung und Reichthum an Land weiss,gehört nicht hieb er, da in unserem Falle die Versorgung mitLand bei allen Familien als gleich gut angenommen wird). DieVermehrung der Mitglieder der Familien führt nun, wenn sieein gewisses Maass übersteigt, zu Familientheilungen; die Familiespaltet sich in zwei oder mehrere Haushaltungen; dabei wirdauch das Land vertheilt. Es ist klar, dass solche Theihmgenin denjenigen Familien am häufigsten sein müssen, welchebereits in dem Momente der Umtheilung verhältnissmässig grossgewesen sind und infolgedessen viel Land bekommen haben;hier gibt es, natürlich, mehr Anlass hierzu, hier hat man auch,was zu theilen. Dagegen wachsen die kleineren Familien nichtso schnell zu der Grösse an, wo die Theilung geboten scheinenkann; besteht etwa die Familie im Augenblicke der Umtheilungaus einem Ehepaar und einem kleinen Sohn, so wird, bevorder Sohn sich verheirathet, von der Theilung keine Rede sein;solche Familien haben auch zu wenig Land, um mehrere Wirth-schaften ausstatten zu können. Es nimmt somit infolge derFamilientheilungen die Zahl der grossen Wirtschaften in derGemeinschaft in der Zeit nach der Umtheilung nach und nachab; die Zahl der mittleren wächst inzwischen stark an und dieZahl der ganz kleinen Wirthschaften nimmt verhältnissmässigunerheblich zu, da Wirthschaften, deren Spaltung ganz kleineBetriebe erzeugt, zu Familientheilungen weniger geneigt sind.Es geht, mit einem Worte, eine Nivellirung der Betriebsgrössevor sich. Dies macht uns die differenzirende Wirkung der
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Die Feldgemeinschaft : eine morphologische Untersuchung / von Alexander A. Tschuprow
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297
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