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Die Feldgemeinschaft : eine morphologische Untersuchung / von Alexander A. Tschuprow
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ANHANG IV.

Unitheilung und namentlich das Entstehen grösserer Betriebe,als diejenigen, welche vor der Unitheilung da waren, begreiflich.

Andererseits lässt sicli wohl denken, dass die Familien-theilungen in den Familien vorzugsweise vorgenommen werden,welche überdurchschnittlich rasch anwachsen, und zwar findetdas bei allen Gruppen ohne Ausnahme statt. Das hat zur Folge,dass diejenigen Wirthschaften, welche sich getheilt haben, einenüberdurchschnittlich hohen Familienbestand aufweisen; da sieaber durch die Theilung in die niedrigen Gruppen nach derBetriebsgrösse übergehen, so wird uns klar, warum gerade dieniedrigen Gruppen bei der Umtheilung Land gewinnen.

Wir können jetzt auch leicht begreifen, weshalb dieAendenmgen in der Besitzvertheilung nicht sehr gross sindund die alte Bangordnung der Wirthschaften nach der Umtheilungnoch zu bemerken ist. Es ist ja klar, dass die Grösse derFamilie im Momente der vorhergehenden Umtheilung bei denmeisten Wirthschaften auch für die Grösse der Familie imMomente der neuen Umtheilung maassgebend ist (die Familien-theilungen machen die Erscheinung etwas complicirter, ändernaber an der Sache nichts): die kleinen Familien sind zwar grössergeworden, aber auch die grossen Familien haben sich vermehrt;um in eine vie! höhere Klasse bei der Umtheilung überzugehenmuss die Familie sehr stark über den Durchschnitt angewachsensein, und das ist natürlich nicht sehr oft der Fall. Das hat nungerade zur Folge, dass die grosse Masse der Verschiebungen darinbesteht, dass die Wirthschaft in eine der beiden nächsten Klassen in die nächste höhere oder in die nächste niedere übergeht.

Der Vergleich der Vertheilung der Wirthschaften inGruppen nach der Betriebsgrösse vor der und nach der Um-theilung gibt uns eine genaue Vorstellung von dem Charakterder Aenderungen, welche die Umtheilung in der Vertheilung des'Grundbesitzes hervorruft. Aber von dem Maasse der Aenderungengibt dieser Vergleich nur eine ungefähre Vorstellung. Wirkönnen uns darüber genauer unterrichten. Folgende Zusammen-stellungen, die sich auf 9 Gemeinschaften und 2195 Wirth-schaften beziehen, entnehme ich der bekannten Arbeit von W.W. 1 )

) W. W. S. 337338.