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genwärtigen Vorlagen herbeizuführen. Die Entstehungsgeschichte,die Aufgabe und das System des allgemeinen Deutschen Han-delsgesetzbuchs übergehe ich, das Alles ist ausführlich nieder-gelegt in den trefflichen Berichte», die Ihre Kommission Ihnenerstattet hat. Herborgegangen aus der Vereinigung der bestenKräfte, nicht blos juristischer, sondern auch kaufmännischer, wirddas Gesetzbuch in dem l. Bericht geschildert als »ein WerkDeutscher Gründlichkeit und Deutscher Einsicht« z gewiß, meineHerren, mit vollstem Rechte. Sie kennen die Gründe, welchedie Staats - Regierung bestimmten, die Vorlage noch in dieserSitzung zu machen, und sich davon weder durch den vorgerück-ten Zeitpunkt der Session, noch durch den Umstand abhaltenzu lassen, daß es als das Handelsgesetzbuch Ihnen vorgelegtwurde, nicht möglich war, gleichzeitig den Entwurf zu demEinführuugsgesetze einzubringen. Meine Herren! WenigeWochen sind seitdem verflossen, und in diesen wenigen Wochenhat die von Ihnen niedergesetzte Kommission sich der Aufgabemit einem Fleiß und einer Ausdauer gewidmet und ihre Bera-thungen mit einer Sorgfalt und mit einer Gründlichkeit ge-pflogen, daß es mir Bedürfniß ist, Namens der Staats-Rcgie-rung ihr den wärmsten Dank dafür vor dem hohen Hause aus-zusprechen. Aber, meine Herren, ich möchte damit auch ein lau-tes Wort des Dankes für die hier anwesenden Vertreter Preu-ßens , wie für die Vertreter der übrigen Deutschen Staaten ver-binden, welche sich während eines mehr als vierjährigen Zeit-raums der mühsamen Berathung in Nürnberg und Hamburg mit solcher Treue und Aufopferung, mit solchem unermüdlichenFleiße gewidmet haben, daß man gewiß sagen darf, diese Män-ner haben sich um das Vaterland wohl verdient gemacht.
An diese Worte des Dankes lassen Sie mich noch eineBitte knüpfen, es ist die, daß das hohe Haus durch ein mög-lichst einhelliges Votum der Zustimmung zu der heutigen legis-lativen Vorlage seine Uebereinstimmung mit dem Bestreben derStaats-Rcgicrung bekunden möge, mit dem Bestreben, durchdie Sauktionirung der für das ganze Gebiet der kommerziellen In-teressen und des Verkehrs so überaus wichtigen Vorlage zu "be-thätigen, wie Preußens Regierung und Volksvertretung stetsbereit sind, überall, wo es sich darum handelt, gemeinsameDeutsche Interessen zu Pflegen, nicht zurückzubleiben, sondern voran-zugehen, voranzugehen freudig und selbst opferwillig! MeincHerrcn!Lassen Sie uns hoffen, daß bei den übrigen Deutschen Staaten,was Preußen ihnen geben wird, bald und einstimmig Nachfolgefinde!
(Lebhaftes Bravo.)
Präsident: Der Abgeordnete Lehrend (Danzig) hatdas Wort.
Abgeordn. Behrend sDanzigs (vom Platz): Meine
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