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Handelsgerichte diese Umstände zu erwägen haben werden, wirdin den meisten Fällen nach meiner festen Ueberzeugung dasRichtige getroffen werden, und in der Ueberzeugung, daß dieStaats-Regierung recht bald mit einem Gesetz-Entwurf vor diesHaus treten wird, welcher die Einführung von Handelsgerichtenins Auge faßt, habe ich keine Veranlassung, irgendwie gegendie Annahme des Handelsgesetzbuchs e» dloc zu votircn.
Ich muß noch darauf aufmerksam machen, daß gerade beider Versammlung in Heidelberg , auf die ich und, wie ich hoste,auch Sie ein großes Gewicht legen werden, zunächst Vorschlägegemacht wurden, welche zwar die Annahme eu bloc empfahlen,welche aber nichtsdestoweniger an diese Annahme gewisse Be-dingungen knüpften. Der ersten Resolution, welche jener Han-delstag faßte, und durch welche er die unveränderte und sofvr-tige Einführung des Handelsgesetzbuchs empfahl, wurden auf denAntrag der Vorkommission des Handeistagcs die Worte hinzu-gesetzt:
»jedoch wird zugleich gegen die Deutschen Negierungenund Stände der dringende Wunsch ausgesprochen, sichvor Einführung desselben über die gleichmäßige Be-handlung der verschiedenen Artikel desselben zu verstän-digen.«
Ich habe eine solche Hinzufügung zu dem Vorschlage dersofortigen Annahme stets als eine eontraüiet'io in astjecto er-achtet. Ich habe nicht verstehen können, wie man die sofortigeund unveränderte Annahme empfehlen, zugleich aber den Wunschaussprechcn kann, es möchten die Deutschen Regierungen sichüber die Aenderungen des Handelsgesetzbuchs vor Einfüh-rung desselben einigen. Es ist mir auch gelungen, nach-dem ich auf diese Uebclstände aufmerksam gemacht habe, denHeidelberger Handelstag zu dem Umgänge von einem solche»Monitum zu veranlassen, und ich freue mich, koustatircn zukönnen, daß alle ruhigen Männer, alle Männer, denen diePraxis am Herzen liegt, zu der Ueberzeugung gekommen sind,daß zwar eine spätere Revision des Handelsgesetzbuchs nothwen-dig sei, daß sie aber einmüthig den Beschluß faßten, beiallen Deutschen Regierungen die sofortige und unveränderteAnnahme zu empfehlen. Eine solche gewichtige Stimme ausdem praktischen Leben wird auch Ihnen die Veranlassung geben,über alle kleinen Bedenken hinwegzukommen und mit mir ge-meinsam für eine möglichst einstimmige Annahme des Handels-gesetzbuchs zu Votiren.
Präsident: Der Abgeordnete Ur. Bcselcr hat dasWort.
Abgeordn. Dr. Beseler (vom Platz): Meine Herren! Er-lauben Sie mir einige Worte über diesen wichtigen Gegenstand.Indem ich mich im Wesentlichen an dasjenige anschließen kann,