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Verhandlungen ueber die Entwuerfe eines allgemeinen deutschen Handelsgesetzbuches und eines Einfuehrungs-Gesetzes zu demselben in beiden Haeusern des Landtages im Jahre 1861 : vollst. Abdr. d. stenograph. Berichte nebst Entwuerfen, Motive u. Komm.-Berichten zu denselben
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Nur wenige Worte: das Werk/ das vor uns liegt/ ist Ihnenans der Vorlage und aus den trefflichen darüder erstatteten Be-richten/ wofür wir den Herren Berichterstattern gewis; unfern Dankschulden/ soweit wenigstens bekannt, daß Sie sich über deflenAnnahme oder Nichtannahme entschließen können. Hier gilt esnur ein Entweder/ Oder, ein Eingehen in Spezialitäten würdebeim Verlaufe der Zeit und bei der Weitläufigkeit einer solchenPrüfung einer Verwerfung gleichzustellen sein. Der große po-litische Vortheil/ der aber in dem Zustandekommen des Werkesliegt/ wiegt wohl die Opfer anst die Mancher zu bringen habenwird/ und in dieser Hinsicht muß ich dankbar und ehrend aner-kennen/ daß die kaufmännischen Mitglieder der Kommission sichüber einzelne in ihren Augen nicht unerhebliche Bedenken hin-wegsetzten/ daß sie dieselben für die Annahme im Ganzen zumOpfer brachte». Ich hoffe sehr, daß die andern Deutschen Staaten unserem Beispiele folgen und die Regierungen wie dieLandcsvertretungen bereit sein werden/ cbenffalls das Handels-gesetzbuch im Ganzen anzunehmen. Für besondere Verhältnisse/die in unserem Staate liegen/ wird das Einführnngsgesetz Mo-difikationen zu schassen im Stande sein/ wir werden später dar-auf zurückkommen. Aber/ auch selbst/ wenn wir in unserem Staatemit diesem Beispiele allein stehen sollten, so würden wir dochden Vortheil erlange»/ daß wenigstens für den ganzen Bereichunseres Staates ein und dasselbe Gesetzbuch zur Anwendungkäme. Ich empfehle Ihnen daher ebenfalls die Annahme desHandelsgesetzbuches im Ganzen.

Präsident: Der Abgeordnete Graf von Cicszkowski hatdas Wort.

Abgeordn. Graf von Cieszkowski (vom Platz): MeineHerren! Vor Kurzem im Laufe dieser Sitznngs - Periode hatunser Kollege und Freund von Niegolcwski einen Autrag gestellt/welcher in Beziehung auf das alte Polen von 1772 dieselbeForderung und dieselben Tendenzen kund gab/ welche der Be-richt Ihrer Kommission hier in Beziehung auf Deutschland ma-uifestirt. Es waren in der That dort wie hier fast identischeFolgerungen zu ziehen. Damals aber/ meine Herren/ sind Sieüber den Antrag unseres Freundes gewiflermaßen wegwer-fend zur Tagesordnung übergegangen! Sie werden unswahrlich nicht zumuthen/ meine yerren, daß wir Ihnen gegenüberhier dass »s talionis ausüben wollen. Wir haben genugsamBeweise davon gegeben/ daß wir ein solches Verfahren niemals'einschlagen. Wir werden also/ trotz des von Ihnen gegebenenBeispiels/ nicht gegen Ihre Vorschläge stimmen, noch je denAnderen absprechen, was wir für uns selber in Anspruchnehmen.

Wir könnten uns allenfalls der Abstimmung enthalten undWürden dies auch wie bisher thun, wenn dies hier eine eigens-