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borenen Kindern eine sorgfältige Erziehung geben zu lassenNach Absolvierung der Schule besucht Wilhelm die Handelsschule in Leipzig und tritt frühzeitig in das-Geschäft des Vatersein. Wenn er sich auch bemüht, den Vater tatkräftig zu unter-stützen, so gestatten es ihm doch dessen Mittel, eine sorgloseJugend zu verleben. Der tägliche Ritt durch den Tiergarten, dener bis ins höchste Alter unternimmt, häufige Besuche der Theaterund Konzerte,' auch der Gesangsunterricht bieten reichliche Ab-wechslung und bilden Wilhelm Herz zu dem großen Kavalieraus, als den ihn ganz Berlin verehrt.
Am Montag dem 6. Januar 1845 notiert er in sein Tagebuch:„Abends bei uns Ball, wozu einige 90 Personen waren; ich glaube,daß sich alles recht gut amüsiert hat, wenigstens hat es langegenug gedauert, nämlich bis V 2 4- I m Mazurka bekamen dieHerren Bändchen, die Damen Schleifen mit Silberquasten, imKotillon die Herren kleine Orden der Ehrenlegion, die DamenBouquets.“ Und schon am nächsten Tage trägt er ein: „Ruhetag!Mittags hatte ich meine Singstunde bei Albert.“ Am 8. Januarheißt es im Tagebuch: „Abends zum Ball bei Markwalds Unterden Linden, wo wir, ich und Pauline [seine jüngere, 1828 geboreneSchwester], uns recht gut amüsierten.“ Der Monat Januar diesesJahres 1845 spricht noch von vielen derartigen Festen, die Wil-helm Herz miterlebt hat. So sind seine Tagebücher ein deut-liches Spiegelbild für die damaligen Verhältnisse in bestimmtenKreisen der Berliner Judenschaft. Ein jüdisches Patriziat hat sichgebildet. Durch Wohlhabenheit, gesellschaftliche Stellung, viel-seitige kulturelle Interessen zählen die führenden jüdischen Fa-milien bereits in der Nachbiedermeierzeit zu den ersten Berlins.Die Rathenaus, Liebermanns, Reichenheims, Bleichröders undandere Häuser, in denen Wilhelm Herz verkehrt, gehören schondamals zur besten Berliner Gesellschaft.
Häufige Reisen, die der Vater unternimmt, teils mit derBahn — bis 1846 war Berlin durch die fünf Bahnlinien, die vonihm ausgingen, schon ein wichtiger VerkehrsknotenpunktDeutschlands geworden —, teils mit der Postkutsche, zeigen, wieausgedehnt die geschäftlichen Beziehungen der Firma S. Herzwaren. Auch Wilhelm fährt, wie seinen Tagebüchern zu ent-