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nehmen ist, oft nach Hamburg, wo sein um etwas mehr als einJahr jüngerer Bruder August tätig ist, bald ins Brandenburgische,nach Mecklenburg, nach Leipzig. Verschiedene Reisen führenihn auch ins Ausland. So weitet sich sein Blick. Landwirtschaft-liche Produkte werden erworben, Ol aus der eigenen Fabrikationverkauft. Mit dem Dampfboot oder in der Eilkalesche geht esmehrmals im Monat nach Wittenberge. Am i. September 1845wird dort ein großer Speicher eingeweiht. „So wurde dieser Tag“,notiert Wilhelm in seinem Tagebuch, „vom schönsten Wetterbegünstigt, ein Tag der Freude für viele, ein Volksfest fürWittenberge.“ Die Firma dehnt sich, wenn sie auch nicht vor denersten Krisen, die die Aktienspekulation an der Börse mit sichbringt, verschont bleibt. Am 23. Februar 1846 schreibt WilhelmHerz in sein Tagebuch: „Ich verliere an Öl und Aktien viel Geld,mehr als meine ganze Barschaft beträgt, was mich nicht wenigverstimmt!“ Aber der Verlust ist bald verschmerzt.
Denn die größte Bedeutung für die Entwicklung der Ölfabrikerhält die Berlin-Hamburger Eisenbahn, zu deren BegründernSalomon Herz gehört. Mit seiner Energie erreicht er dieFührung der Strecke über Wittenberge, nachdem die Perle-berger aus Mißtrauen gegen die neue Erfindung eine Bahn anihrer Stadt vorbei abgelehnt hatten. Die Einweihung der Witten-berger Eisenbahnelbbrücke, die die Eisenbahnstrecke Magde-burg—Wittenberge an die Berlin—Hamburger Linie heran-führte, gab der Leipziger „Illustrierten Zeitung“ vom 15. No-vember 1851 Veranlassung, ausführlich diesen Bahnbau zuwürdigen. Die Zeitung bringt bei dieser Gelegenheit nicht nureine Abbildung der Herzschen Ölfabrik, sondern sie widmet ihrauch eine ausführliche Beschreibung, der sich entnehmen läßt,welche Bedeutung dieses Unternehmen schon damals gehabthaben muß.
„Die Fabrikation des Öls“, so heißt es in diesem Aufsatz, „geschieht durchWalzen und Schrotsteine, welche die Ölsaat zunächst zerreißen. Das so ent-standene Ölgut wird mit Hülfe hydraulischer Pressen gepreßt, noch einmalgemahlen und zum zweiten Mal gepreßt. Zu diesem Behufe hält die Fabriksechs Paar Walzen, sieben Paar Steine und siebenzehn hydraulische Pressenin Tätigkeit, welche letztere wieder durch drei Pumpwerke betrieben werden,deren jedes sechs Pumpen zählt. Sämtliche Werke sind Tag und Nacht inBewegung. Die Fabrik verarbeitet pro Tag ca. 22 Wispel preußisch Maß Öl-