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und intimer Freund Eduards VII., an Ballin mit dem Vorschlageiner Verständigung zwischen Deutschland und England überdie Flottenfrage heran. Ballin erstattet über seine Unterredungmit Cassel dem Kaiser und dem Reichskanzler Fürst Bülow ein-gehend Bericht. Die Fäden, die auf diese Weise angesponnenwerden, reißen nicht ab. Ballin und Cassel bleiben weiter um dieAnbahnung eines Freundschaftsverhältnisses zwischen Deutsch-land und England bemüht. Diese Besprechungen, die der Kaiserund auch der neue Reichskanzler v. Bethmann-Hollweg aufswärmste unterstützen, finden schließlich in dem Besuche desenglischen Ministers Haldane ihren Abschluß. Wenn trotz-dem infolge des Eingreifens der Rüstungsfanatiker auf bei-den Seiten die Verständigungspolitik schließlich scheitert, istdies nicht Ballins Schuld. Auch der Besuch, den das englischeGeschwader 1914 der deutschen Flotte anläßlich der KielerWoche abstattet, kann das Unheil nicht mehr abwenden.
Ballin unterbricht Mitte Juli 1914, als er die ersten War-nungszeichen vor der heraufziehenden Gefahr erhält, seine Kurin Kissingen und fährt unter einem geschäftlichen Vorwand so-fort nach London. Er spricht dort alle maßgebenden englischenPolitiker: Haldane, Churchill und Grey. Alle versichern ihnihrer Friedensliebe. Ballin kehrt aus England zurück in der Hoff-nung, daß es, wie er sich später ausdrückt, keines Bismarck be-dürfe, um diesen Krieg zu verhindern. Aber die Ereignisse über-stürzen sich. Ballins Bemühungen sind vergeblich.
Der Krieg zwingt ihn zum unfreiwilligen Feiern. Für seineFlotte gibt es im Augenblick keine Beschäftigung mehr. Ballinschafft sich sofort ein neues Wirkungsfeld in seiner Arbeit fürdie Lebensmittelversorgung des deutschen Volkes. Auf War-burgs Veranlassung wird dann die Zentraleinkaufsgesellschaftgegründet, der sich Ballin zur Verfügung stellt. Auf 6 1 / 2 Mil-liarden beläuft sich, wie Huldermann berichtet, in den vierJahren die Gesamtziffer ihrer Umsätze.
Ballin reist 1915 nach Wien, um den Ausbruch des Krieges mitItalien zu verhüten, in ständiger Sorge auch über den eventuellenEintritt eines Krieges mit Rumänien, das er für die Lebensmittel-versorgung der Mittelmächte für unentbehrlich hält. Er warnt