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Die Arbeiterfrage unter dem Gesichtspunkte des Vereinsrechtes / Ludwig Bamberger
Entstehung
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Lorbetrachttuig,

soziale Element nicht minder gegenwärtig blieb. Mandarf wohl annehmen, daß die Voraussicht einer solchenWirkung au oberster Stelle uicht ganz fehlte, als seinerzeitdas Programm des neuen Deutschen Reiches auf das unbe-gränzte allgemeine Wahlrecht gestützt und mit diesem eineKürze der Wahlperiode verbunden wurde (die dreijährige»,wie sie in keiner andern Gesetzgebung eines großen Staatesexistirt (nur die Schweiz hat noch das dreijährige Man-dat) ein Umstand, welcher vielleicht noch mehr als dieZusammensetzung des Wahlkörpers den Einfluß unruhigerVolksstimmung auf die Vertreter zum Ausdruck briugt.Was damals an maßgebender Stelle freilich nicht voraus-gesehen wurde, war, daß dem abenteuernden Sinne derSozialdemokraten ein erheblicher Zuzug aus einem ganzandern Lager kommen, und daß ans der Diversion gegendas Bürgerthum, welche unter Umständen von oben mitGleichgültigkeit ins Auge gefaßt werden mochte, mit Hülfeder nltramontanen Verbindung eiu sehr ernster Feldzuggegen das Reich und seine Regierung sich entwickeln werde.Den Ultramontanen ist es gerade so, wie ihrer Zeit denangesehenen Gönnern Lassalle's uud Schweizers, uur umeine ucckeude Diversion zu thun; aber eine unverantwortlicheuud nationalitätslose Opposition, wie diese, kann das Spielschon viel weiter und ernster treiben, als eine Regierungs-partei, die von ihren eigenen Interessen doch bei eini-ger Ehrlichkeit und Einsicht gar bald wieder zu denwahren Wurzeln ihres Daseins zurückgeleitet wird. Selbstdie demokratische Experimentirlust des zweiten französischen Kaiserthums kam mit ihren sozialistischen Absichten nieüber die kümmerlichsten Anfänge hinaus. Was den Ultra-montanismus in Deutschland am meisten ermuntert, sich desgefährlichen Werkzeugs zu bedienen, dessen Zweischneidig-