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Die Arbeiterfrage unter dem Gesichtspunkte des Vereinsrechtes / Ludwig Bamberger
Entstehung
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Vorbelrachtuug,

keit ihm ja aus den erschossenen Geistlichen der Com-mune wohl bekannt ist, das ist das dunkle Bewußtseinseiner eigenen Hoffnungslosigkeit. Hätten die katholischen Agitatoren den Glauben an die Rückkehr ihrer Herrschaftüber den Staat, nimmer mehr würden sie ihre eigeneZukunft durch die Hegnng der zersetzenden Lehren unter-graben; und käme es undenkbarer Weise einmalzu einem gemeinsamen Siege, so würde der eigene Ver-bündete ihnen für das treulose Spiel die gerechte Strafeuicht schuldig bleiben.

Die Bemerkung, daß der Deutsche Reichstag densozialen Anregungen gegenüber sich einen offenen Sinnbewahrt habe, gründet sich übrigens mehr auf die Beob-achtung stiller innerer Vorgänge, als auf Bethätigungen,welche in parlamentarischer Form an die Oeffentlichkeittraten. Es ist nicht daran zu denken, daß auf dem Bodenunserer dermaligeu Staatszustände, nnd ohne eine Allesauf den Kopf stellende Umwälzung, positive Vorschlägezu sozialistischen Gesetzen in Betracht gezogen oder nureingebracht würden; höchstens werden Capitalien oderGeschäftsleute mit einigen malitiösen Plänkeleien erschreckt.Dagegen zeigt sich die Macht des sozialistischen Einflussesvielmehr von der negativen Seite dadurch, daß Verhältniß-mäßig nur wenige Lust empfinden, ihm offen die Stirnezu bieten, wenigstens da wo er nur als friedlicher Mensch-heitsverbesserer , natürlich nicht dauu, wenn er als dreisterLobredner der Pariser Braudstiftuugen auftritt. DerSozialismus ist eben unterderhand einhoher Herr" ge-worden, uud mancher hütet sich, so ganz mit ihm zubrechen, schon deßhalb, um keinem Gegner den Vorsprungan Stimm-Material zn lassen, über welches die Lauuedes Tages verfügt. Solange uicht die gegenwärtigen