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Die Arbeiterfrage unter dem Gesichtspunkte des Vereinsrechtes / Ludwig Bamberger
Entstehung
Seite
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Porbetmchtung.

Worte für die Zukunft an die Stelle der schwierigsteilaller Disciplinen treten könnten.

Aus dieser Erkenntniß giengen dann allmählich jeneReformen in die Welt, die erst in dem letzten Lustrumauf dem europäischen Festlande zum Durchbruch gekommensind, und welche bis auf die allerletzten Zeiten nur mitAndacht und Dankbarkeit von den Männern der Wissenschaftund der Politik genannt wurden. Also vor allem derFreihandel, die Gewerbefreiheit, die Freizügigkeit, 'dieBeseitigung der Ziusbeschränkungen, der Schuldhaft undder Eheverbote. Diese Entfesselung der Menschenkräfte,in Wechselwirkung mit der wunderbaren Dienstbarmachungder Naturkraft, brachte die Welt im Laufe dieses Jahr-hunderts auf eine Höhe der Productions- und Austausch-fähigkeit, welche der Erdoberfläche und der Lebensweiseihrer Bewohner eine neue und vervollkommnete Gestaltgaben. Aus dieser unberechenbaren Verbesserung derDiuge siud die Klagen erwachsen, über deren Erledigungdie Geister jetzt mit oder ohne System sich zu schaffenmachen. Die soziale Frage ist nicht eine Folge des Elends,sondern eine^Folge der Verbesserung der allgemeinenMenschheitslage. Könnte man sich das nicht bei dem An-blick der Welt an den fünf Fingern abrechnen, fo wäreschon die Kenntniß des menschlichen Herzens genügend,um rückwärts darauf zu schließen: ihr klagt, folglich istes besser geworden. Das ist so wahr, daß die Forschungder sozialistischen Gelehrten sich große Mühe gibt, uns aneiner Reihe von Thatsachen aus der Geschichte der Arbeitnachzuweisen, wie jede Herabdrückuug des Lohns, jedeNiederlage der Unzufriedenen, mit einem Wort jede Ent-behrung uud Demüthigung den Sinn der Betroffenen her-abslimmt, die Widerstandskraft ihres Verstandes und