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Die Arbeiterfrage unter dem Gesichtspunkte des Vereinsrechtes / Ludwig Bamberger
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Borbetrachtuug.

ist in großer Gefahr, etwas Unrechtes zu thun. Nochwichtiger aber ist, daß unsere Neichsgesetzgcbuug sich nichtunreifen Anwandlungen wirthschaftlicher Quacksalberei indie Arme werfe.

Eiu Theil unserer jungen Gelehrtenwelt hat sichmehr und mehr in eine ökonomische Richtung hinein-gearbeitet, welche auf deu Gedanken hinausläuft, daßder Staat berufen sei, den Führern der Internatio-nalen dadurch das Handwerk zu legen, daß er sich behufsLösung der sozialen Frage an deren Stelle setze. Ganzneu ist die Sache ja nicht. Schon der abenteuernde Ferdi-nand Lassalle hatte stets an dem Minister Bismarck herumlaborirt, daß er sich seiner schwarzen Kunst bedienenmöchte, um den Teufel der Bourgeois-Opposition währendder Conflictszeit durch den Beelzebub des Sozialismus aus-zutreibeu. In den unteren junkerlichen Regionen scheinensogar die Liebesmühen zeitweise nicht so ganz unerhörtgeblieben zu sein. Die Parteigänger des alten Militär-und Feudalstaates fürchteteu von dem rothen Gespenstnicht fo viel für diesen, als sie zu heilsamem Schreckeufür die unruhigen Geister des Bürgerthums von ihmNutzen zu ziehen vermeinten. ^ Als aber die Internatio-nale einmal Miene machte, sich im Beginn des französi-schen Kriegs in diese concrete Angelegenheit zu mischcu,hatte der Spaß ein Ende und es wurde nicht langeFederlesens gemacht.

Es war der Friede mit seinem Gefolge, welcher einen

> Wir erinnern an die während der Confliktszcit, Frühjahr1L64, vom König empfangene Deputation Schlesischcr Weber, überderen Audienz die damals offiziöse Zeidler'schc Corrcspoudcnz mit denWorten berichtete:Der Lohndruck der Arbeitgeber ist so großgeworden, daß die Weber nicht mehr existiren können."