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Die Arbeiterfrage unter dem Gesichtspunkte des Vereinsrechtes / Ludwig Bamberger
Entstehung
Seite
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Bovbctt'cichtung,

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eben deßhalb morgen darauf verzichtete und nicht glaubte,es ins Unendliche fortsetzen zu können; entspränge es ausder Berechnung mehr als aus der Leidenschaft oder Leicht-gläubigkeit, und Hauptsache: würde es uicht neunmalunter zehu von Solchen eingeleitet, welche den Arbeiter zumgeopferten Werkzeug ihrer agitatorischen Intrigue machen dann wäre gewiß nichts gegen dasselbe einzuwenden.Fragt sich: woher die Mittel nehmen, um es vor jenemUcberschlagen und vor den demagogischen Ausbeutern zubewahren? Das natürlichste Correctiv hat sich in England oft genug herausgebildet uud ist bei uns im Entstehen.Es liegt in der Gegencoalition der Arbeitgeber. Auchdiese führt uicht zur Uebermacht, auch diese war uichtimmer siegreich. Dieß lehrt abermals die englische Er-fahrung. Soll nun die Staatsmacht, statt beide Contra-henten ihren Kampf auskämpfen zu lassen, dazwischentreten? Soll sie Zahl, Art und Einnahmen der Arbeiterin jedem Artikel festsetzen? Das heißt, soll sie die Ver-antwortlichkeit für die ganze Gesellschaftsernährung über-nehmen? Soll sie es nicht, was bleibt? Einigungsämter?Mit zwingender Gewalt kommen sie ans dasselbe herauswie die Staatsindustrie. Auf Grund freier Vereinbarung,wer hindert sie? Will der Staat versuchen, ein bequemeresund zutrauenerweckenderes Schieds- uud Eiuigungsamteinzusetzen als die, mit denen er es bis jetzt versuchthat, so sei ihm das unbenommen, aber dazu wahrlichbraucht es keiue Konferenzen znr Lösuug der sozialenFrage, mit oder ohne Staatskanzleien. Es ist mit gutemGruud zu hoffeu, daß die Regierungen sich nicht voneiner momentanen Strömung erfassen lassen, um uachrechts oder links auf den Sand zu treiben. Wer fagt,daß er etwas thun müsse, ohne klar zu wissen was, der

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