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Vorbetrachtnng.
um solchen Anmaßungen gegenüber den nöthigen Ernstzu brauchen. Eine Sozialistenhetze aber zu erleben, davormöge unser Geschick uns bewahren. Wem die Eitelkeitsolcher polizeilichen Systemkriege aus der Geschichte nichtklar geworden ist, der mag in seiner Herzensangst auchzu diesem trostlosen Mittel greifen. Sehen wir von demSchreckbild der Commune ab, das vom Communismusnichts als den Namen hatte, so gründet sich der Allarmwesentlich auf die Erscheinung der Strikes. Diese abersind wahrlich nicht von heut und nicht von gestern, undEngland , das sie seit einein halben Jahrhuudert in allenTonarten nnd Graden durchgemacht, zeigt sich am wenig-sten erschreckt und erschüttert durch sie. Es leidet in ver-stärktem Maße seit 182S an dem Uebel, das überall un-vermeidlich auf die Beseitigung des alten Uebels derCoalitionsverbote folgte, so auch bei uns. Eine „Kinder-krankheit" nannte die Erscheinung mit Recht ein Unter-nehmer, der jüngst mit seinen Arbeitern aneinander gerieth.Es ist nicht alles Profit bei einem Schritt vorwärts. Dasallgemeine Stimmrecht hat seine Schattenseiten, wie dieCoalitionsfreiheit; aber wer wollte ernstlich daran denken,sie aufzuheben, statt abzuwarten, bis auf dem Wege derSelbsterziehung das Correctiv gefunden worden? DieStrikes wären eine heilsame Institution, wenn die Arbei-ter, wie andere Geschäftsleute, von ihrem Interesse sichleiten ließen und dasselbe schon heute verständen, wie siedereinst vielleicht es verstehen lernen werden. Sie wür-den dann in jedem einzelnen Fall so weit gehen, als dasInteresse der Gegenpartei dem ihrigen weichen kann, ohnesich selbst und damit den gemeinsamen Erwerb aufzuheben.Hätte das Strikemachen diese vernünftige Gränze in sich:daß der Arbeiter, welcher heute dadurch obgesiegt hat.