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Borbctvachlung.
setzen, ohne welche der Umschlag nnd die Schvpfungskraftnur langsam vorankämen — rechne man das Alles zu-sammen, und man wird leicht verstehen, daß das Räder-werk dieser gigantischen Arbeitsstätte nicht auf und niedergehen kann, ohne auch au deu Schicksalen der Einzelnenseine Wunderkraft zu bewähren, seine zerstörende so gutwie seiue schöpferische, obgleich uur die letztere ins Augezu fallen pflegt.
So ungern man es glanben möchte: die Summedieser Erscheiuuugen ist es, welche am meisten dahin ge-wirkt hat, unsere junge Welt mit sozialistischen Gedankenzu erfüllen. Das ist ein unliebsames Urtheil, aber esberuht doch auf der thatsächlichen Beobachtung psychologi-scher Vorgänge. Man nehme uur alle diese Schriften indie Hand, große und kleine: was am ersten daraus her-vorsticht, ist das Aergerniß au dem mit tropischer Heftig-keit aufschießenden Reichthum Eiuzelner. Vom Reichthumder Einen hebt die Betrachtung an, nm zur Armuth derAndcru überzugehen. Die gauze unendlich mächtigere mitt-lere Schichte, die schließlich sich verbessert uud ausdehnt,wird übersprungen. Man schlage die Blätter auf und manwird sich überzeugen, daß wir nicht übertreiben. Es obwaltetdabei, wie bei fast allein Gesinnungseifer in der Welt, größteUeberzeugung, moralische Selbstgewißheit. Mit diesem Zu-sammenhang der Dinge stimmt es ferner, daß die Ent-rüstung nicht von den Armen ausgeht, sondern von Bemit-telten. Extreme feinden sich nicht an, beeifersüchteln sichnicht. Nur Nachbaru, jedenfalls Nachbaru am meisten,kennen diese bittere Empfindung. Die Gefühle des Hassesuud der Mißgunst, welche jetzt, wie man behauptet, in denMassen wühlen, sind nicht das Ergebniß einer Spontan-zeugung in denselben, sie sind ihnen von außen beige-