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Schon die Terminologie steht befremdlicher Weise anGehässigkeit hinter keiner sozialistischen Brandrede zurück.Der „Pharisäische Hochmuth" der Bourgeoisie, die „scham-lose Ausbeutuug", das „gewerbliche Faustrecht", die„selbstsüchtige Gewiunsucht", die „Classenjustiz" uud ähn-liche dem Grüuder der Internationalen entlehnten Aus-drücke begegnen uns auf Schritt und Tritt (z. B. S. 03.04. 130. 163. 1V4 des I. Bandes). Wenn wir ausdem II. Band (S. 122) die Stellen von den „hochschlotigenFabriken", die in der Mitte der Cottages wie „feudaleZwingburgen iu der Mitte ihrer Hörigen" stehen, ohneNennung des Verfassers irgendwo abdruckten, oder ausdem I. Band (S. 127) die Stelle, wo er „mit Ekel sichvon dieser mit dem Schein der Volksherrschaft sich brüsten-den Verfolgung der Classeniuteressen abwendet", so würdejeder Leser gewiß eher auf Karl Marx oder FerdinandLassalle als auf einen deutschen Akademiker rathen.
Wer die Menschen menschlich beurtheilt, wird nie-mals seinen Pinsel in solche Farben tauchen, zumal da,wo es die wissenschaftliche Würdigung von Verhältnissen gilt,in welche die Einzelnen aus den allergegebensten Voraus-setzungeu in der unmittelbarsten Weise hineingewachsen sind.Dies ist nicht mehr ein pathetisches, sondern ein patholo-gisches Verhalten zu den Elementen der Gesellschaft; undso natürlich diese Sprache einem Agitator ansteht, so gründ-lich schädigt durch sie ein Mann der Wissenschaft seinemich uoch so hervorragenden Leistungen. Parallel mit derLeidenschaft gegeil die angegriffene Classe geht die Verherr-lichung der auf den Schild erhobenen. Daß unter Umstän-den in Augenblicken gemeinsamer Auflehnung die edlerenGefühle in jeder Masse herausgefordert werden, kannfür ein Naturgesetz gelten, welches auch auf die Arbeiter