Borbctrcichtuug.
seine Anwendung findet. Daß aber in unserem Gesell-schaftsverband die ärmeren Volksclassen mit mehr Edel-mnth ausgestattet seien als die gebildeten Mittelclassen,das scheint uns eine vom Standpunkt der „ethischenStatistik" noch nicht gerechtfertigte Behauptung. Wennmit der Vermehrung irdischer Güter moralische Verderbnis;naturgemäß verbunden wäre, so dürfte man sich erstlichnicht über die Erscheinung erzürnen und zweitens auf dieVermehrung solcher Güter nicht im Namen der Moralitätdrängen. Das Verlangen aber nach möglicher Beseitigungaller Leiden und Entbehrungen läßt sich auch ohne dieAnrufung melodramatischer Motive begründen. Oder istes nicht ein solches, wenn wir im ersten Band (S. 143)lesen, daß die Mitglieder der englischen Gewerkvereine,die ein unbefangener Darsteller auf wenigstens eine halbeMillion Menschen veranschlagt, „lauter erprobte Charak-tere" (!) seien. Das ganze System oscillirt zwischen roman-tischer Hinneigung zu den tausend Nechtsabzirkeluugeu deralten Privilegiumsgenossenschaften und deni Sturm undDrang nach durchgreifender Reorganisation der ganzenGesellschaft im Stil der kühnsten Neuerer.
Von einer Seite begegnen wir dem „illegitimen (!)Arbeiter", welcher nämlich nicht vorschriftsmäßig gelernthat (S. 102 B. I.), von der anderen der Ausführung,daß in dem Begriff des Staates auch fchon die Schluß-folgerung gegeben liege von der Omnipotenz des Staates.Das ganze Leben des Volks muß von Staatswegen or-ganisirt sein, mithin auch die ganze Gewerbsthätigkeit(Bd. I. S. 127). Wir stehen hier vorbehaltlos auf LouisBlauc's Organisation der Arbeit und noch viel vorbehalt-loser auf Lassalle.
Nicht minder abenteuerlich sind die Rechtstheorieen.