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Die Arbeiterfrage unter dem Gesichtspunkte des Vereinsrechtes / Ludwig Bamberger
Entstehung
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Erstes Capitel.

vornherein sich jenes Zusammenhangs stark bewußt gewesensei. Ihm lag vielmehr der Gedanke in seiner Allgemeinheitganz nahe, nachdem er seinen Schooßkindern, den Erwerbs-und Wirthschaftsgenossenschaften, das volle Bürgerrechtdes Gesetzes erkämpft, nachdem für andere Gesellschaften ^das Handelsrecht gesorgt, nun auch einen Akt der Ge-rechtigkeit zu erfüllen, indem er allen sonstigen in jeneueuen Nahmen nicht passenden Verbindungen beliebigerArt die Pforte öffne. An Arbeiterverbindungen, auGewerkvereiue braucht er dabei mit besonderer Aufmerk-samkeit uicht zu denken, noch viel weniger an den politisch-philosophischen Knäuel von endlosen Vorstellungsreihen,welcher alssoziale Frage" von Hand zu Haud geht.

Aber eine Strömung, welche zu Zeiteu die Geistervor sich her treibt, macht sich begreiflicher Maßen alleFormen des Lebens mehr'oder weniger tributpflichtig unddienstbar. Uud keiue Form war der mehr oder wenigersozialistisch angewehten Bewegung willkommener, als diedes erwähnten Vereinsgesetzes. Das persönliche Mittel-glied, welches zuletzt immer eingreifen muß, um dieSacheu mit den Menschenkräften in Verbindung zu bringen,fand sich ganz von selbst in Gestalt der politischen Partei,welche just noch auf dem Boden der neuen deutschen undpreußischen Zustände doch gleichzeitig die Mission über-nommen hat, möglichst viel von dem radikalen Geistefrüherer Tage am Leben zu erhalten. Die sogenanntedeutsche Fortschrittspartei vertritt zunächst den Sinn derBerliner uud einiger andern großstädtischen Bevölkerungen,deren Ingenium der imposanten Kraft und Berechtigungder deutschen Wiedergeburt sich nicht entziehen kann,während es der alten reizenden Ueberlieferung radikalenWiderspruchs ungerne entsagt.