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Die Arbeiterfrage unter dem Gesichtspunkte des Vereinsrechtes / Ludwig Bamberger
Entstehung
Seite
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Verfassung und Bestand der deutschen Gcwcrkvercmc. gg

zurück. Die ersten zwei wurden im November 1868 ge-stiftet.

Fragen wir nach dem Gang ihres Wachsthums, somüssen wir zwei Abschnitte unterscheiden, den des erstenAnlaufs und den der spätern Befestigung. Die erstenBerichte schildern uns das Aussehen der Sache im Jahr1869 und freuen sich der Angabe von Zahlen, die fürden kurzen Bestand recht befriedigend genannt werdendurften. Zwölf bis dreizehn verschiedene Gewerbsarten(Gewerkvereine) bringen zusammen 267 Ortsvereine auf,die (nach Berufszweigen getrennt) in 145 Ortschaften vor-kommen. Die Summe der von ihnen umschlossenen Mit-glieder zu jener Zeit erhebt sich auf beiläufig 30,000.Dem Gewerbe nach sind vertreten: die Bergarbeiter,die Maurer und Steinhauer, die Töpfer, die Zimmer -lente, die Schiffszimmerer, die Tischler, die Schuhmacherund Lederarbeiter, die Schneider, die Stuhlarbeiter (Tuch-macher hauptsächlich), die Maler und Lithographen, dieGold- und Silberarbeiter, die Maschinenbau - uud Metall-arbeiter, endlich die keinem bestimmten Fach angehörendenFabrik- uud Handarbeiter.'

Die gedruckten Verhandlungen des ersten ordentlichenVerbandstags, welche deu ansehnlichen Umfang von110 Seiten haben (Berlin 1871), enthalten merkwürdigerWeise außer zwei summarischen Rechnungsabschlüssen keiner-lei Anlagen, welche über den nach Verlauf vou zwei Jah-ren zu coustatirenden Bestand des Vereins Licht verbreiten.Aber aus verschiedenen in den Motiven der Verhandlungvorkommenden Angaben läßt sich zurückrcchnen, was auchhie und da aus den Angaben des periodischen Organs der

i Seitdem sind mehrere neue Gcwerbezwcige hinzugekommen,z. B. Brauer uud die selbststäudig organisirten Perzellanarbeiter.