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Drittes Capitcl.
Verbindung <„Der Gewerkverein", redigirt von vi-. MaxHirsch, erscheint jeden Sonntag in Berlin ) zn schließenist, daß die Zahl der Mitglieder auf beiläufig 10,000herabgeschmolzen war. Dieser Rückgang findet allerdings,wie auch von dem Anwalt erläutert wurde, seine Erklä-rung in dem französischen Krieg, welcher zwischen jenenersten Anfängen nnd der späteren Epoche liegt. Dochmöchten die Ursachen zum Theil auch anderer Natur sein,wie wir daraus schließen, daß die seither erfolgten Ver-öffentlichungen keine wesentliche Ueberschreitung der imAugust 1871 eingeräumten Ziffern ankündigen, sondernimmer nur in allgemeinen Ausdrücken von Zunahmesprechen. Verstärkt wird diese Vermuthung durch dieKlagen über Mangel an Theilnahme und über Langsam-keit der Entwicklung, welche in vielen Berichten derGeneralräthe aufrichtig ausgesprochen sind. Namentlichwerden diese Klagen sehr scharf formulirt gerade in dem-jenigen Gewerkverein, welcher zugleich der älteste undmächtigste, vielleicht auch der an Intelligenzen reichste ist,nämlich der der Maschinen- und Metallarbeiter. (Auch inEugland sind die amalAg,mg.tötl enZineers, 36,000 an derZahl, die Blüthe der Gewerkvereine.) Er umfaßt zwischen4000 und 5000 Mitgliedern. Sein Generalrath spricht indürren Worten aus, was im Munde eines draußen Stehen-den Aergerniß bereiten würde: daß es seinen Angehörigenüber die Maßen an Ernst und Eifer für die Sache fehle.Es mögen solche Erfahrungen einen Grund mehr abgeben,daß die „Freunde der Arbeiter" sich von außen her derFörderung dieser Vereine widmen; aber bei dem Studiumüber den Gang der Dinge dürfen Symptome solcherNatur um so weniger übersehen werden, als eine derwesentlichsten Fragen in dieser Angelegenheit ja darauf