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Die Arbeiterfrage unter dem Gesichtspunkte des Vereinsrechtes / Ludwig Bamberger
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einen Waffenerfolg vom Schauplatz zurückzuziehen. Sowurde denn nnter ihrer Aegide der Strike verkündet unddie äußerste Anstrengung gemacht, durch Geldsammlungenüber ganz Deutschland hiu das Beginnen triumphirendzu Ende zu führen. Aber das Angriffsrecht, insofern« esgeschilderter Maßen auf der Legitimität zureichender An-griffsmittel beruht, erwies sich sehr bald als lückenhaft.Trotzdem die jungen Gewerkvereine die erheblichsten Geld-opfer brachten (namentlich die Gold- und Silberarbeitervon Pforzheim erschwangen namhafte Summen als Vor-schuß, deu sie später vergeblich vom Centralverbaud zurück-begehrten), trotzdem das politische Patronat sein Aeußer-stes aufbot, trotzdem sogar der Versuch einer öffentlichenAnleihe in Gestalt der Ausgabe von künftig einzulösendenBons von 15 Sgr. nach Mazzinischem Muster gemachtwurde, trotz allen diesen heißen Bemühungen, bei denenes galt, die ersten Sporen diesem Vercinswesen zu ver-dienen uud damit eiuen unberechenbaren Vorsprung fürdie Propaganda zu erreichen, kam die Sache zum Schei-tern. Die Mittel gingen aus. Der Strike hatte mit demMonat Dezember begonueu, gegen Mitte Januar wareunicht blos die äußereu Zuflüsse, sondern auch die uichtunerheblichen Ersparnisse der L000 sinkenden Bergleuteaufgezehrt. Der Anwalt erschien noch einmal, um zuvermitteln; aber da die Grubenbesitzer auf ihrem Sinnbeharrten, blieb nichts übrig, als nachzugeben. Dochähnlich wie nach Verlust der Heere in Frankreich wardhier noch einmal das letzte Mittel der Ausi'i-S 5. outranesergriffen. Ein Telegramm des Verbandsanwalts vonBerlin aus schnellte in die Arbeiter die Losung:Massen-auswanderung." Eine Menge der jüngeren, unverhei-rateten Leute gehorchte dem Gebote und trat die Wander-