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auf seine Fahne schreibt. Auch zeigt die spätere Wendungder Dinge, daß er es nur zu bereuen hatte, wenn er sichvom Impuls der politischeu Leidenschaft fortreißen ließ.Nachdem in gemeinsamer Sitzung des Generalraths, sowiedes Ortsausschusses des Gewerkvereins der deutschenMaschinenbau '- und Metallarbeiter einstimmig beschlossenworden war, zur Unterstützung des Strike's vorläufig2000 Thlr. flüssig zn machen, auch im selben Sinn einenAufruf au sämmtliche Berufsgenossen Deutschlands zuerlassen, nahmen die Dinge doch nicht den gehofften Fort-gang. Die Mittel flössen ungenügend uud die Strikeudengriffen zu jenem andern famosen Pronunciamento an dieActionäre, woriu deuselbeu gesagt wurde: sie sollten vonihren 10 Prozent 5 hergeben, sie sollten 50 Prozent ausihrem Reservefonds nehmen und die unverschämten Ge-hälter ihrer Directoren und Verwaltungsräthe gehörigbeschneiden, dann würden sie 20 Prozent mehr Lohn gebenund doch noch standesgemäß leben können. Im Fall desUngehorsams aber wurde mit dem Hinterhalt sämmtlicher28,000 Maschinenbauer Berlins und aller Kameraden inDeutschland in nicht zweideutiger Sprache gedroht. DieserErlaß gab sich zur Verstärkung der Ironie schließlich dasZeugniß, daß er eine versöhnliche Sprache rede. DasActenstück stand in allen deutschen Zeitungen abgedruckt,wenigstens obige charakteristische Stelle. Auffallender Weifefehlt es aber in dem Fachblatt, das sich ganz besondersdiesen Angelegenheiten widmet. Nicht mit Einer Sylbeist auch nnr die Thatsache jener Proclamation jemals im„Organ" erwähnt worden. Es kann das als Scham-haftigkeit ausgelegt werden, und es wäre wohl zu erklären,daß man sich dieser Art von „versöhnlicher" Betreibung einerSache, die man bei ihrem Ausbruch mit vollem und unge-
Bambcrger, Arbeiterfrage.