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Die Arbeiterfrage unter dem Gesichtspunkte des Vereinsrechtes / Ludwig Bamberger
Entstehung
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Bintcs Capitel ,

Denn der Ausgang bestand bekanntlich darin, daß Drei-viertheile der Arbeiter in Monatsfrist wieder unverrichteterSache zur Fabrik zurückkehrten; nicht jedoch, ohne daßden Actionären und namentlich den Directoren der An-stalt der Gedanke übrig blieb: ob es nicht besser wäre,auf diese besondere Verwendung ihrer Kapitalien nndFähigkeiten zu verzichten, d. h. die Fabrik eingehen zulassen, als sich der Wiederholung solcher Angriffe, solcherStörungeil in ihrer Thätigkeit und solcher Schädigungin dem Frieden und der Stellung ihres Lebens, ja anihrem guten Leumuud auszusetzen. Und doch sind diesesichtbaren Folgen derartiger Mißgriffe noch die Aus-nahmen, während die unsichtbaren viel stärker ins Gewichtfallen. Denn wie viele Menschen, welche versucht seinkönnten, sich der Industrie zu widmen, werden von vorn-herein durch solche Erlebnisse derer, welche bereits darinstehen, zurückgeschreckt! Und so werden die Arbeiterfrenndein solchen Fällen thatsächlich zu Arbeiterfeinden, indem siebeide Parteien in Schaden und Entmuthigung stürzen.Bejammert doch' das Organ selbst, daß, wie auch dieSache sich künftig noch wende, fünfhundert Familien anslange Zeit brodlos geworden seien.

Wir haben hier die Geschichte der jüngsten, nnterBetheiligung der Gewerkvereine und unter den Augen derCentralleitung betriebenen Arbeitseinstellung unmittelbarhinter der Geschichte ihres ersten Versuches in Waldenbnrgfolgen lassen, weil wir uns an der Hand der ThaisachenBelehrung über die Frage verschaffen mußten, ob diefehlerhafte Naturanlage, die bei jener ersten Begebenheiteine so harte Lehre eingetrageil hatte, auch in Folge der-selben überwunden worden? Wir wollen nicht längnen, daßseit jenem ersten Mißgriff ein gewisser Fortschritt sichtbar