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Die Arbeiterfrage unter dem Gesichtspunkte des Vereinsrechtes / Ludwig Bamberger
Entstehung
Seite
125
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Dic natürliche Tcndcnz der Äewerkvcreinc.

gebende Welt. Und wie sollte ohne mächtigen Druck einUnternehmen zum Vollbringen gelangen, welches sich nichtsGeringeres vorsetzt, als:die Organisation der Arbeitim zivilisirten Europa "? oder auch die Heiluug desselbeuvonPauperismus und Millionärthnm, Ueberproductionund Geschäftsstockung, Bvrsenschwindel und Staatsbanke-rott" (Aufruf zur Begründung von Orts-Gcwerkvereinen,erlassen von der Berliner GeWerks - Commission EndeOktober 1668, gleichzeitig mit der Veröffentlichung derMusterstatuten, unterzeichnet Namens der Central-Com-mission von Franz Duncker, Vorsitzender, und Dr. MaxHirsch , Auwalt des Verbandes). Wie sollte ohne ein soschneidiges Werkzeug, wie die Strikes, durchgeführt wer-den, was der Anwalt auf dein Verbandstagc feierlich ver-kündet:Wir wollen eine große Reform der sozia-len Verhältnisse hervorbringen"? (Die Worte sindauch im Original durchschossen Verhandlungen S. 71.)

Man deuke noch hinzu, wie iu einer mit solchenProphezeiungen auftretenden Verbindung, deren ununter-brochene Hauptarbeit statutenmäßig imAgitiren" besteht,die Wärme der Ueberzeugung das erste der bewegendenPrinzipien sein muß, und man wird nicht verkennendürfen, daß trotz allen Verklausulirungen und statutarischenAnordnungen die Versuchung zum herausfordernden Schrittgegen die Arbeitgeber stets im Vordergrund stehen wird.

Das Organ nämlich, allsonntäglich erscheinend, hateine stehende RubrikAgitatationsbericht;" und die Aus-gaben 186971, welche sich auf Thlr. 5296 belaufen,führen neben Thlr. 3800 für Drucksachen uud Organ nocheinen besonderen PostenAgitation" ans mit 651; worausalso ersichtlich, daß die Propaganda überhaupt desBudgets iu Auspruch nimmt.