Dic Jiivaliizcnkassnl,
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Prinzip einführen wollte, eine Scala der Unterstützungennach einer Scala der Beiträge, des Alters und der Dauerder Mitgliedschaft festzusetzen. Er gießt seinen Hohn ausüber eine Union, welche sich einstmals von einer Geld-Verlegenheit auf diesen Gedanken bringen ließ, und kommtzu dem praktischen Schluß, daß die Jnvalidenkasse eineswabrhaftigcn GewerkvcreinS ihre Zuversicht wegen ge-nügenden Auskommcus iu der Zukunft uur auf die frei-willige Beiträge gründen dürfe, welche immer fließenwürden, wcnu Noth au Maun komme. Diesem Aus-spruch sich anschließend, sagte Prof. Schmoller in Eisenach lVerhandl. S. 89)-. „selbst wenn einmal ausnahmsweisealle Gelder aufgezehrt sein sollten, ist jedes Mitglied einesfest consolidirten Gewerkvereins doch sicher, seine Kranken-gelder, seinen Jnvalidengehalt zu erhalteu, weil die fast (?)uubegrenzte Opferfähigkeit der Mitglieder in solchen Fällendie höheren Beiträge eine Zeit lang aufbrächte." DiesesPsychologische Axiom ist die Sicherheit, welche uach der Au-ssicht dieser Gelehrten statt der bisherigen, auf Berechnuugruheuden AlterSversorguugeu dem Arbeiter für seineschlechten Tage geboten werden soll als Heimzahluug fürdie Beiträge, welche er sich während seiner gesuuden Tagevom Lohn abgespart hat. Uud an einer andern Stelle<Bd. I. S. 153) betheuert Brentano, daß es keine solidereBürgschaft für die künftige Zahlungsfäbigkeit einer sol-chen Gesellschaft gebe, als die freiwilligen Beiträge.In der That, man kann nicht deutlicher erklären, daßdie Arbeiter Wesen höherer Gattung seieu, als andereSterbliche, nicht blos der Gesinnung nach, sondern sogarnach ihrer Kraft, denn das Beitragen hängt doch nichteinmal vom Wollen, sondern auch vom Können ab. Abertrotz dieser Hnldiguug ist unser Autor doch gezwungen.