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Die Arbeiterfrage unter dem Gesichtspunkte des Vereinsrechtes / Ludwig Bamberger
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Die Kassl'ntttiiinmg.

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über diesen Vorfall wie folgt aus:Vorläufig wird fürdie Wittwen uud alle Beschädigteu nach Kräften gesorgt,da sie (die Fabrikbesitzer) ja als humane Arbeitgeber gel-ten wollen; wie es für die Folge wird, muß abgewartetwerden. Etwas ganz Neues ist bereits angekündigt, eineFabrik-Invaliden- uud Wittwenkasse, au dereu Spitze einpaar tausend Thaler als Fonds von den Herren Direc-toren figurireu. Jeder Arbeiter muß sich wohl fragen,wozu dieß wohl nöthig ist, da doch am Orte selbst solchegut organisirte Kassen schon bestehen, wo es nur des Bei-tritts bedarf, um alles das zu haben, womit man sonsterst anfaugeu muß. Aber es muß natürlich gezeigt wer-den, daß es sehr Humaue Arbeitgeber gibt, wenn es inWahrheit auch weiter nichts ist, als eines von jenenMittelchen, wodurch mau die Arbeiter noch mehr bindet."

So weit der Correspondeut desGewerkvereins,"dessen Sprache keines Commentars bedarf. Es kann nurIronie sein, wenn die Redaction sich seiner Auslassungmit der Frage anschließt: warum die Fabrikdirectiou nichtlieber freiwillige Beiträge in die Gewerkvereiuskasse schieße?Die Direction muß noch geboren werden, welche Lust hat,Freuuden, die solche Sprache sichren, uuter die Arme zugreifen.