2. AEUSSERUNGEN DES FELDGEMEINSCHAFTLICHEN PRINCIPS. 49
repartirt, welche die Vornahme der Umtheilung verhindern.Eine Abart wird durch den Fall gebildet, wo die Geldausglei-chung nicht als eine allgemeine Maassregel erscheint, sondernnur einzelne Genossen betrifft, wobei freilich die Entschädi-gung vielfach nicht in Geldform, sondern in der Form vonUeberweisung anderweitiger Grundstücke geschieht; es wirdz. B. bei der Umtheilung denjenigen Wirthen, welche Landabzutreten haben, gestattet, von dem Gehöftlande das über-schüssige Quantum Landes zu behalten; dafür müssen sie aberdiejenigen Genossen, denen eigentlicli eine Zuweisung vonGehöftland zu theil werden sollte, durch Abtretung von Landan anderer Stelle der Flur, event. auch durch Geldzahlung, ent-schädigen. (Eingehender beschriebene Beispiele der Geldaus-gleichungen etc. siehe unten Abschnitt III, passim.) Nament-lich in der Finanzpolitik der Feldgemeinschaften lässt sich vielesnur dann begreifen, wenn man diesen Ersatz der Umtheilungdurch Geldzahlungen im Auge behält.
Das System der Geldausgleichungen tritt manchmal, nament-lich in Sibirien , als erste Uebergangsstufe zu der Feldgemein-schaft mit Umtheilungen von Land auf; in der gerechterenRepartirung der Steuern äussern sich daselbst vielfach die erstenschüchternen Versuche der Gesammtheit, in die Besitzrechteder Genossen einzugreifen. Andererseits erscheint dasselbezuweilen, z. B. in Indien , wo es in vielen Fällen den Ueber-gang von dem Antheilsbesitze (vgl. unten Kap. 3, § 1) zum freienIndividualeigenthum vermittelt hat, als die letzte Spur derengeren Verbindung unter den benachbarten Grundbesitzern.Vielleicht ist dieses System berufen, in der Zukunft eine be-deutsame Rolle zu spielen bei der wohl erforderlichen Anpassungder feldgemeinschaftlichen Verfassungen an die moderne Ver-kehrswirthsch aft.
§ 10. Gehen wir jetzt zu der anderen Kategorie der Be-schränkungen über, welchen die Besitzrechte der einzelnenMitglieder der Feldgemeinschaft von der Gesammtheit unterworfenwerden können, zu denjenigen Beschränkungen nämlich, dienicht das Maass des Besitzes, sondern nur die Art des Zu-
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Tschuprow, Feldgemeinschaft.