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beides bewirkt, dass die durch die Umtlieilung hervorgerufenenAenderungen geringer sind, als sie sonst zu sein pflegen.
Zahl der auf einen Esser in den Familien von
1 | 2 j 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 ! 11
Seelen beiderlei Geschlechtes entfallenden Landanlheile
Vor der
Umtlieilung
1,00
0,64
0,43
0,38
0,34
0,28
0,28
0,25
0,25
0,24
Nach der
Umtlieilung
0,84
0,57
0,40
0,35
0,33
0,28
0,29
0,26
0,26
0,25
Differenz. .
+0,16
+0,049
+0,03
+0,03
+0,01
0,00
-0,01
-0,01
-0,01
-0,01
Diese Beobachtung, dass bei der Umtlieilung Land vonkleineren Familien an grössere abgetreten wird, wirft eine neueFrage auf. Wie wirkt die 'Vornahme einer Umtlieilung auf dieGrösse der landwirthschaftliclien Betriebe 2 Geht die gleioli-mässigere Befriedigung der Bedürfnisse aller zur Gemeinschaftgehörenden Leute mit einer Hivellirung der Betriebe nach ihrerGrösse Hand in Hand oder bewirkt sie vielmehr das Entstehengrösserer Betriebe im Besitze der grossen Familien einerseits unddie Verkleinerung der Betriebe der kleinen Familien anderer-seits ? Man begegnet nämlich in der Litteratur nicht selten derAuffassung, dass die nivellirende Wirkung der Umtlieilung sichauch auf die Betriebsgrösse erstrecke, dass dabei die grösserenBetriebe Land einbüssen und die kleineren Land gewinnen.A priori ist diese Auffassung nichts weniger als unabweisbar.Die gleichmässige Versorgung aller Familien mit Land setzt jadie Gleichheit der Betriebe nicht voraus, sondern scbliesst sieeher aus: 20 Hectar im Besitze einer Familie von 10 Mit-gliedern machen vom Standpunkte der Versorgung nicht mehraus als 10 Hectar im Besitze einer Familie von 5 Mitgliedern.Es braucht somit die Operation, welche die Gleichmässigkeitin der Ausstattung aller Wirtschaften mit Land anstrebt, durch-aus nicht imbedingt in der Uebertragung von Land von grossen
*) Offenbar ein Druckfehler; soll heissen 0,07 oder oben statt 0,61 0,61.