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Die Feldgemeinschaft : eine morphologische Untersuchung / von Alexander A. Tschuprow
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293
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WIRKUNG DER UMTHEILUNG NACH DEN MÄNNL. SEELEN u. s. w. 293

Versorgung aller an derselben theilnehmenden Familien mit Landherbeiführt, differenzirend auf die Gestaltung der Betriebe wirkt;sie führt zur Bildung einer grösseren Anzahl sehr grosser undsein- kleiner Betriebe und vermindert die Zahl der mittelgrossen.Diese Beobachtung ist aber für unsere Beurtheilung der Wirkungs-weise der Umtheilung noch nicht ansreichend. Wir brauchenzu wissen, was für Wirtschaften dabei Aenderungen im Sinneder Vergrösserung und welche Wirtschaften Aenderungen inder anderen Richtung erfahren, und wie gross diese Aenderungensind. Die nach der Umtheilung zahlreicher gewordene Gruppeder landreichen Wirtschaften kann ja diejenigen Wirtschaftenumfassen, welche vor der Umtheilung in dieser und in dennächsten Gruppen waren, aber auch aus solchen Wirtschaftenbestehen, welche vorher zu den niedrigsten Gruppen zählten.Das schliessliche Bild ist in beiden Fällen dasselbe, aber dieUmwälzung aller Verhältnisse ist sehr verschieden.

Betrachten wir also, welche Wirtschaften bei der Um-theilung Land gewinnen und welche Land verlieren. Wir habenbereits gesehen, dass die grösseren Familien Gewinn an Landhaben, dass die kleinen Familien hingegen Land abgeben müssen.Jetzt gilt es, die Verschiebungen des Grundbesitzes innerhalbder Gemeinschaft von einem anderen Gesichtspunkte aus zuuntersuchen. Es handelt sich nicht mehr um die Familiengrösse,sondern um die Betriebsgrösse. Sind es die grossen oder diekleinen Betriebe, welche bei der Umtheilung mehr Land be-kommen als einbüssen? Das ist die Frage, welche jetzt zu lösen ist.

Leider sind die directen Beobachtungen, welche sich aufdiese Frage beziehen, zu dürftig. Ich habe nur die folgende (S.294)Tabelle zusammenzubringen vermocht, welche die uns schonbekannten sieben Gemeinschaften mit insgesammt 1127 Wirt-schaften des Kreises Woronesch umfasst.

Wir sehen, dass die relative Zahl der Land gewinnendenWirtschaften in der Gruppe desto grösser und die relative Zahlder Land verlierenden desto kleiner ist, je weniger Land imBesitze der Gruppe vor der Umtheilung war. Auch der Gesammt-gewinn der Gruppe an Land ist desto grösser, je kleinere Be-