18
Borbotrachtung.
siegen erwarten nnd verlangen, als mögliche Theorienvon ernsten Gelehrten in Betracht gezogen werden. Auchist es nicht mehr als logisch, daß, wer staatlichen Anord-nungen die Kunst zutraut, im Gange der Menschheit andie Stelle des Selbsterhaltungstriebs der Individuen zutreten, den Commuuismus oder Collectivismus in denBereich seiner ernsten Erwägungen ziehe. Ein gemein-sames Band umschlingt alle Schattirungen von dem wildenRussen Bakunin bis zum zahmsten deutschen Docenten,da wo der Eingriff des obersten Regiments in die Privat-thätigkeit nicht länger als die Ausnahme, sonderu als regel-mäßige Anforderung vom Staatsgedanken abgeleitet wird.
Denn Ausnahme oder Regel? das ist die Frage!nnd fälschlich werden von unserer neuesten Schnle dieUnterschiede so dargestellt, als stände ihr gegenüber, unterdein Banner der sogenannten Manchester -Leute, eine An-sicht, welche dem Ganzen jede Einsicht und Einmischungin die Sphäre der Individuen verweigere. Eine solcheAnsicht wäre an sich so unsinnig wie die absolut entgegen-stehende. Auch in dem ausschweifendsten Communisten oderSozialisten werden wir (vorausgesetzt, daß er nicht einBetrüger ist) niemals die Meinung suchen, daß erverlange, der Staat solle dem einzelnen Menschen seineNahrung, Kleidung, seine Zeit für Schlafen und Wachen,seine Zerstreuung, Beschäftiguug und Belehrung täglichzuschneiden. Wer um zwei Meinungen zu kennzeichnenderen letzten und unbedingten Ausdruck in unvermitteltenGegensatz stellt, ist immer einigermaßen bösen Glaubens.So geschieht es aber da, wo dein so bezeichneten Man-chesterlhum der Glaubenssatz untergeschoben wird: daßdie Gesetzgebung des Staates mit nnbegränzter Gleich-gültigkeit den gewerblichen Wechselbeziehungen der Menschen