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Die Arbeiterfrage unter dem Gesichtspunkte des Vereinsrechtes / Ludwig Bamberger
Entstehung
Seite
19
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Vorbelvcichlung.

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zuschauen müsse, jede Dazwischenkamst bei was irgendfür einem Vorgang als absolut verboten ansehend. Nie-mals hat ein Staat bestanden, der sich praktisch zu solcherGleichgültigkeit bekannte, weder in der wirklichen Weltnoch in der Phantasie irgend eines Nationalökonomen.Selbst die Idealisten der Anarchie aus dem Jahr 1848,welche wohl schwerlich im Ernste vorschlugen, dieoberste Regierung in eine Assecuranzanstalt umzuwandeln,bei welcher der Einzelne nach Belieben sich gegen Be-raubung, Mord oder Betrug versichern könne, würdennicht im Stande gewesen sein, ihren Gedanken anch nurauf dem Papier so conseauent durchzuführen.

Ehrlich, aufrichtig und wahrhaftig kann ein Systemnur gewürdigt werden, wenn man es nicht in seineräußersten Conseauenz, sondern in seinem Schwer- undMittelpunkt erfaßt. So behandelt stellt sich die Schuledes Adam Smith als die Gesammtheit derjenigen dar,welche die freie Bewegung der Individuen als das Lebens-princip der ernährenden Thätigkeit in der Gesellschaft an-sehen, Eingriffe in diese Freiheit nur als Ausnahmenzulassen, die als solche, d. h. mit Vorsicht und aus un-umgänglicher Nöthigung, anzuwenden sind. Sie habenim ganzen das Vertrauen, daß jeder Einzelne von seinemSelbsterhaltungstrieb und der genauen Kenntniß seiner Ver-hältnisse am sichersten im Durchschnitt geleitet, und daßaus der Summe dieser wohl inspirirten Einzelwillen auchder größtmögliche Vortheil für das Ganze erzielt wird.Sie glauben nicht, daß es möglich sei, den Kampf ausdenl Dasein zu verbannen. Sie halten es für fehr uu-wahrscheiulich, wenn nicht für unmöglich, daß irgendeineGesetzgebung oder Staatsaufsicht mit Organen auszustattenfei, welche sie auch nur von ferne befähigen möchten, das