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Methvde hat ihr bis jetzt die Ueberzeugung uicht bei-bringen können, daß es bewährte Mittel gebe, den Er-nährungsproceß der menschlichen Gesellschaft auf nagel-neuen (oder renovirten untergegangenen) Grundlageneinzurichten, nnd sie bequemt sich daher, die Welt derletztem hundert Jahre, die Welt der nach und nach freigewordenen Bewegung, fortbestehen zu lassen und nurauf Basis dieses Bestandes an ihr zu bessern. Da siekeine Lehre göttlicher Ofsenbaruug oder metaphysischerErleuchtung ist, so würde sie heute Familie und Eigen-thum mit allen Konsequenzen preisgeben, wenn man ihrbewiese, daß etwas für die Gesammtheit besseres au derenStelle gesetzt zu werden vermöchte. Weit entfernt, eine„abstraete" Lehre zn sein, wie ihr die Gegner vorwerfen,verwirft sie die soziale Frage nur, weil und solange siedie soziale Antwort für eine Abstraction zn halten sichgenöthigt sieht.
Die Sozialdemokraten der verschiedenen Linien ihrer-seits verhalten sich ebenso logisch wie die Nationalökonomen.Sie stellen die soziale Frage, weil sie behaupten, im Be-sitze der sozialen Antwort zu sein. Jeder von ihnen hatseinen Staat fertig, in dem für alles und jedes aufs bestegesorgt wird. Das läßt sich hören, wenigstens vom for-malen Standpunkt aus.
Der Katheder-Sozialismus allem verkündet die sozialeFrage ohne die soziale Antwort, und stellt sich damit alsdie abstraeteste aller Theorieen hin, obgleich er für sichjust die Ehre des Gegentheils in Anspruch nimmt. Erbehauptet nicht, daß der Staat die ganze Productiou indie Haud nehmeu müsse, die Vertheilung und Über-wachung der irdischen Lebensgenüsse. Thäte er dieß, sowäre er ja ganz einfacher Sozialismus, und das will er