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Die Arbeiterfrage unter dem Gesichtspunkte des Vereinsrechtes / Ludwig Bamberger
Entstehung
Seite
36
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Vorbetrachtung.

Gemeinschaft retten, sobald hier Staatseinmischung ver-langt wird. Dieß ist der Fall bei unseren Katheder-Sozialisten. Es ist ja keine Schande, aber man muß nurnicht sich dagegen wehren, daß man auf demselben Bodenstehe wie jede andere Welterlösungstheorie. '

Sowie der Staat nicht im Polizei- oder im Steuer-weg für den Armen sorgt, sondern den Lohnvcrtrag zwi-schen ihm uud seinem Arbeitgeber materiell in die Handnimmt, macht er sich für das ganze Getriebe der Volks-ernährung verantwortlich. Sowie er dem Fabrikanten indie Bücher sieht, um den Antheil des Arbeiters am Ge-winn vorzuschreiben, oder die Höhe des Gehalts, oderum Fortsetzung des Geschäfts auch in schlechten Zeiten zugebieten, wird der Staat augenscheinlich selbst Oberfabri-kant. Er übernimmt die ganze Verantwortlichkeit. Ent-weder zwingt er den Unternehmer, gegen dessen Willenzu arbeiten; dann ist der Fabrikant nur sein Werkzeug,uicht mehr ein Unternehmer; oder er läßt dem Fabrikan-ten die Freiheit, ein Geschäft, das ihm nicht länger ge-fällt, fahren zu lassen, dann muß er, der Staat, esfortsetzen, um dem Arbeiter die zugedachte Wohlthat zusichern. In beiden Fällen laufen wir in den Hafen derallgemeinen Staatsindustrie ein, neben der eine privatenicht mehr denkbar ist. Wenn mit Schaden gearbeitetwird, so muß der Steuerbote den Ausfall der Jndustrie-bilanz decken. Denn, sagt mit Recht der mehrerwähnteProfessor:Es können auch solche privatwirthschaftlicheGesichtspunkte (Production mit Schaden nämlich!) gar

! In Nr. 49 desGcwerkvcrcins" vom 8. Dezember d. I.werden die Lassallcancr aufgefordert, sich mit den Hirsch-Dunker'schen,wenn sie wirklichgemäßigt-sozialistisch" gesinnt seien, zu einigenin dem höheren versöhnenden Standpunkt der Kathedersozialisten."