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Vorbetrachtung.
ihn packen kann, ansonsten muß ich selbst zu Grunde gehenund damit die ganze Herrlichkeit der sozialen Lösung."Dieses Capitel des Schutzzolls ist denn auch richtig in jenenHeilslehren gewahrt, meistens in der Form, daß denketzerischen Staaten (inmitten der „vereinigten von Europa "Wohl also), welche nicht in der großen Reform mitthunwollen, der Riegel vor die Einfuhr geschoben werdenmüsse, mittelst deren sie der von der Obrigkeit dirigirtenGewerbthätigkeit eine böse Concurrenz machen könnten.So ist denn der Kreislauf der Natur fertig: der Konsu-ment zwingt den Producenten zu beliebigen Auslagen,und der Producent zwingt wieder den Consumenten zubeliebigen Preisen. Das Ergebniß der Jahresbilanz kommtdann auf das berühmte Geschäft jener beiden Eckensteherhinaus, die einander mit demselben Dreier abwechselndden gemeinsamen Vorrath Schnaps abkaufen, bis sie, aufdem Kreuzberg angekommen, entdecken, daß sie trotz desflotten Geschäftsgangs weder Branntwein noch Geld mehrhaben. Und es läßt sich schließlich von allen -diesen Be-mühungen um den Stein der Weisen das alte Wortwiederholen: das Gute an ihnen ist nicht neu, und dasNeue ist nicht gut.
Um dem mehr oder minder klaren Bewußtsein dieserWahrheit zu entrinnen, war die Flucht ius Dunkel viel-sagender, tief und erhaben klingendere Sätze allgemeinerWeltweisheit der einzige Ausweg. So entstand die neuesteFormel eiuer „ethischen" Volkswirthschaft. Ethisch, sitt-lich, das sind Begriffe, unter welche sich alles bringen,beliebig viel oder gar nichts denken läßt. Sie werdendaher immer mehr von denen mißbraucht, welche ausguten Gründen verschmähen, in prosaischem Deutsch Rechen-schaft über ihre Ansichten zu geben. Eine sittliche, eine