Vorbctrachtung,
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befangen oder schlecht." Zum Kriegsgeschrei der Internatio-nalen braucht es nicht mehr als das. Das Criterium,ob einer das Herz am rechten Fleck habe, braucht für sienicht auf irgend eine Methode gesucht zu werden. Wermit ihr geht ist gut, wer uicht mit ihr geht ist schlecht;damit basta. Für die Wissenschaft der Nationalökonomieaber müßte, wenn selbst die erste Schwierigkeit der Ge-fühlseinmischung übersprungen wäre, doch immer nocheine exacte Methode gefunden werden, um nach einemobjectiven Maßstab zu bestimmen, wer das gute uud werdas schlechte Herz habe. Marx oder Lassalle als Sozial-politiker dürfen sagen: wir sind die Guteu, wie Pio uonosagt: Ich bin die Freiheit. Wenn aber Professor Bren-tano oder Scheel zu Adam Smith oder Friedrich Bastiatsagen: Wir sind gut und ihr seid schlecht, so antwortendiese mit vollem Recht: 1) gehört das nicht zur Sache,und 2) wie beweist ihr uns das?
Indem sie die Antwort auf diese Frage nur aus dereigenen Brust schöpfen, stellen sich die Kathedersozialistenauf den politischen, d. h. auf deu sozialistischen Stand-punkt. Ein Blick in ihre Schriften gibt übrigens denformalen Beleg dieser sachlichen Auffassung. Der Affectbeherrscht die Darstellung. Sie erheben sich und setzenden Andersmeinenden herab von Gemüths wegen. Siesuhlen sich edler und sprechen die Sprache der Entrüstunggegen die unedeln Classen und deren Vertheidiger in derWissenschaft. Wir haben damit eine heilige uud eine un-heilige Nationalökonomie. In einer Wochenschrift vongemäßigt kathedersozialistischer Tendenz, der „Concordia",wird auch bereits ganz conseauent der allgemein „ethische"Maßstab auf deu eines christlich-ethischen zurückgeführt, undwir laufen so mit vollen Segeln in den Hafen einer christ-