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Die Arbeiterfrage unter dem Gesichtspunkte des Vereinsrechtes / Ludwig Bamberger
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Vcrbctrachtung.

lichen Nationalökonomie ein, die zu einer katholischen zuerheben Bischof Ketteler das vollste Recht hat. Ebenso cor-rect war es auch daher von den Kathedersozialisten, einenTag im Namen dessittlichen Pathos" zusammenzuberufen.Sie legen damit eine Gemüthsrichtung einer Erkenntniß-Wissenschaft zu Grunde. Was hielten sie von einem Natur-forscherkongreß, der berufen würde unter der Losung:Wer seine menschliche Ehre zu lieb hat, um von Affenabstammen zu wollen, der trete ein gegen die schändlichenLehren Darwins?" In der That hören wir täglich dieseSprache, aber noch kein Mensch hat sie für Wissenschaftausgegeben.

Neben dem sittlichen Pathos werden übrigens nochandere Waffen gebraucht, um die ältere Schule zu be-kämpfen. Es wird ihr eingeräumt, daß sie ihrer Zeitberechtigt gewesen, aber ihre Aufgabe theils angesichts derdamals vorhandenen Uebel zu einseitig nach der entgegen-gesetzten Seite zugespitzt, theils sie schon lange erfüllt, mit-hin überlebt habe. Das sind Einwürfe, die sich zum min-desten hören lassen. Was den letzten Punkt betrifft, sowird unbedenklich zugegeben werden, daß eine sogenannteradicale Manchesterschule, wenn sie je existirt'hätte, wiejede auf die Spitze getriebene Ansicht, unzulässig wäre.Es mag einmal hie oder da ein Nationalökonom denGrundsatz der staatlichen Nichteinmischung so weit getriebenhaben, daß er beispielsweise kein Gesetz gegen den Nach-druck, kein Patentgesetz, keine öffentliche Armenpflege zu-geben wollte. Auch in diesem Fall war jedoch nie einder Wissenschaft zugezählter Mann so roh mechanisch, daßer einfach mit s,-j-l> deducirte: weil wir das laissesfaire voranstellen, ist alles, was davon abweicht, vomUebel. Gab auch die Maxime die Richtung des Denkens,