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Die Arbeiterfrage unter dem Gesichtspunkte des Vereinsrechtes / Ludwig Bamberger
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Zweites Capitel.

nünftiger Weise das eigene Interesse zu vertreten. Jaeben dieser Kenner und Gönner der Arbeiter, den unsdie Apostel der Gewerkvereine stets als leuchtendes Exempelvorführen, spricht mit bitterer Ironie von dem Gegensatzzwischen dem Beruf, dessen sich die Führer jener großenAssoziationen vermessen, und ihrer thatsächlichen Befähigung.Nicht Organisation," sagt er,sondern vielmehr Ab-wesenheit von Organisation kommt zum Vorschein, sowiedie Sache ernstlich auf die Probe gestellt wird, Mangelan Kenntniß der Thatsachen , Mangel an Einsicht, Mangelan Zusammenhang" (kettle, Ktrike3 aiicl g,rbitriition8,S. 15). Was erst würde er sagen, wenn er in die Ge-schichte der deutschen Arbeitseinstellungen eingeweiht wäre!Die kleiue Schrift des doch gewiß unparteiischen Kettlesagt über diesen Punkt mehr als die pomphaften Bücherund Reden alle, welche in Deutschland die Mähr vonderwunderbaren Organisation" der englischen IracksIlmons verbreiten und sie bald als die Quintessenz dertiessten Weisheit unserer Voralten, bald als das erlösendeGebilde glücklicher Zukunft verherrlichen.

So viel vorläufig von den englischen li-acis Iliüans,welche den deutschen Gewerkvereinen, mit denen wir unshier zu beschäftigen haben, sowohl zum Musier dienten, alssie auch von Jedermann zu deren Rechtfertigung angerufeuwerden. Wie bemerkt, richten sie ihre Thätigkeit nichtausschließlich auf Arbeitseinstellung, sondern auch aufandere gemeinsame Zweckfördernngen. Neben ihuen gibtes in Großbritannien Verbindungen, welche ausdrücklichblos zum Zweck des Sinkens dienen sollen. Sie nennensich zum Unterschied von jenen: li-acls Soeieties. Eineähnliche Verschiedenheit besteht in Deutschland zwischen denGewerkvereinen und den sichGewerkschaften " oder