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Siebentes Capitel.
Möglichkeit der Befriedigung im Wege der administrativenErmächtigung im Auge zu behalten.
So wird uns stets wieder nahe gerückt, was imEingang dieser Schrift nur als erster Eindruck der Si-tuation hingestellt wurde: die eigentliche Aufgabe, dieFrage, das Problem, die Schwierigkeit, die Verant-wortlichkeit des Gesetzentwurfs über die privatrechtlicheStellung der Vereine, ist zurückzuführen ans den Punktder Gewerkvereine, und wir verstehen hier unter diesemNamen nicht bloß die Hirsch-Duncker'schen, wir wollensagen: die zahmen, welche dem Antragsteller vorschweben,sondern auch die von den sozial-demokratischen Kreisen ge-gründeten und zu gründenden, wir wollen sagen: wildenVerbindungen dieser Art, die sogenannten Gewerkschaftenund Arbeiterschaften. Diesen müßte natürlich das neueGesetz ebenso zu gute kommen, wie ihren zahmeren Eben-bildern. Obwohl vollständige statistische Aufklärungen überdie Gewerk- und Arbeiterschaften fehlen, so läßt sich ausihren Publikationen mit Sicherheit annehmen, daß die bei-den Hauptsecten (Eisenacher, unter Bebel-Liebknecht, Haupt-organ: der „Volksstaat", als Mutterkirche die Marx'scheInternationale in London verehrend, — andererseits:„Allgemeiner deutscher Arbeiterverein " unter Hasencleverund Fritzsche, Hauptorgan: der „Neue Sozialdemokrat",dem Lassallianischen Bekenntniß zugehörend — jene zählenden sehr starken Verband der Buchdrucker, diese den nochstärkeren der Cigarrenarbeiter zu den ihren) zusammenviel mehr Mitglieder als die Gewerkvereine umfassen.
Obwohl die Lassallianische Kirche nicht wie die Marx'schedas Mittel des politischen Umsturzes in ihr Symbol auf-genommen hat, so bietet doch die alltägliche Lebenserfah-rung die Gewißheit, daß eine wie die andere mit ihren