Das Hilfskassenwesen.
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achtungen lehrt, was hie und da in sozialistischen Bekennt-nissen verlautet, scheint zu der Frage hinzudrängen: obdenn, wenn einmal von Beseitigung der Noth und Armuth,von menschenwürdigem Dasein die Rede sein soll, nichtviel mehr andere Schichten der Bevölkerung als die eigent-lichen Arbeiter den Mittelpunkt der Aufgabe zu bilden haben.Vergeblich mochte hier eingewendet werden, die Bewegungder Geister, sei eben nicht so sehr auf das Recht der Leben-den überhaupt, als auf das Recht der Arbeitenden ge-richtet. Nur wer arbeite oder arbeiten wolle, verdieneauch das Leben. Aber eben in den: Wollen uud seineminnigen Zusammenhang mit dem Können liegt, wie schonoft in sozialen Abhandlungen entwickelt wurde, der Ur-grund des schlimmsten Leidens, und eine Bevölkerungs-classe, welche nicht arbeiten will oder kann, bedarf ammeisten der Erlösung. Zu den „enterbten Klassen", wieder französische Ausdruck lautet, gehört dermalen von denArbeitern höchstens noch ein Theil der in Fabriken mitden mechanischen Verrichtungen Beschäftigten; auf diesenur paßt auch noch stellenweise die alte Maxime, daßwegen der Massen, die sich um Arbeit bewerben, dasGutdünken der Arbeitgeber, beziehungsweise die Erforder-nisse der unentbehrlichsten Erhaltungsmittel, den Lohnregeln. Seit Jahren ist die Nachfrage nach gelernten Ar-beitern der Regel nach vor dem Angebot überwiegend.
Die soziale Frage ist heutzutage ein von der Armen-frage ganz verschiedenes Capitel. Das Problem, welchesdie erstere lösen möchte, hat viel weniger zu thun mitdem, was die Arbeiter entbehren, als mit dem, was dieKapitalisten und Unternehmer nicht entbehren; das alteäi-vit au travail, welches die Menschenrechte verbrieften,das vivi'g tiÄvaillant ou mourir en eomdattant,