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Die Arbeiterfrage unter dem Gesichtspunkte des Vereinsrechtes / Ludwig Bamberger
Entstehung
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183
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Das Hilfskcisscnweseli. 163

Geständniß anhängen, daß es mit den Zielen der gegen-wärtigen Arbeiterbewegung nicht gethan sei, daß dieArbeiter allerdings einen vierten Stand bilden, der jetztseine Evolution, um au die Stelle des dritten zu kom-men, in Gang gebracht habe, daß er aber, nachdem ihmdieß werde gelungen sein, nicht minder eine Aristokratiebilden werde, wie jetzt die Bourgeoisie, und daß seinerdann der Kampf gegen den nachdringenden fünften Standder unbenannten Zahlen warte (f. Prof. Brentano's Schluß-betrachtungen).

Es ist nicht unsere Sache hier, dergleichen zu prüfen,nicht einmal, uns darum zu kümmern, ob die Rechts-ansprüche, welche in adstraotc» der ganzen Arbeiterfragezu Grunde gelegt werden, auf Irrthum oder Wahrheitberuhen. Wir lassen vorerst Alles gelten und beschränkenuns auf die sich unwiderstehlich aufdrängende Ueberzeu-gung, daß die gauze öffentliche Stimmung inner-halb wie außerhalb der engern zur Sache be-rufenen Kreise dem Kassenwesen eine falsche,auf allgemeine Selbsttäuschung berechnete Stel-lung angewiesen hat. Es hat mit den sozialen Drang-bewegungen, wie sie heutzutage verstanden werden, nichtszu thuu, ist uur eine schwächliche Ausflucht, mit der einTheil den andern zu kirren vermeint. Die, welche dieAndringenden abzufinden hoffen, wollen Zugeständnissemachen, die nicht auf die schiefe Ebene des sozialistischen Prinzips führen, und die, welche die Zugestäuduisse accep-tireu, wollen eben mit Hilfe derselben eine sich scheinbaranbequemeude Form benutzen, um dem weitergreifendenInhalt Boden zu gewinneu. Die Kassen, wie sie alleheißen mögen, sind nützliche, beachtens- und förderns-werthe Einrichtungen, aber sie gehören ihrem Wesen nach