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Die Arbeiterfrage unter dem Gesichtspunkte des Vereinsrechtes / Ludwig Bamberger
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Die Jnvalidcntasscn,

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liegt. Schließlich aber, und das ist die Hauptsache,schickeil sich die Unternehmer selbst au, den Eiuwand, soweit er praktischen Werth hat, aus der Welt zu schaffen.Auf einer Generalversammlung des Verbandes der Knapp-schaftsvorstände für den Oberbergamtsbezirk Bonn warenim Juni dieses Jahres die Vertreter von 32 Knappschaftenerschienen, deren im Ganzen 41 zu dem Verbände ge-hören. Jede der 32 Knappschaften war doppelt vertretendnrch einen Repräsentanten der Werkseigenthümer uuddurch einen von den Knappschaftsgenossen erwählten Re-präsentanten der letzteren. Hauptgegeustand der Berathungwar die Beseitigung des Mißstandes, welcher aus derTreuuung der einzelnen Kassen hervorgeht, uud die An-bahnung einer Einrichtung, welche durch Herstellung derSolidarität die Freizügigkeit der Arbeiter innerhalb desVerbandes zur vollen Wahrheit mache. Eine vollständigeVerschmelzung der einzelnen Kassen schien den Bericht-erstattern »-und Rednern noch nicht ausführbar. Die Ver-schiedenheit der in verschiedenen Zeiten und mit verschie-denen Mitteln gegründeten Knappschaftskassen, ebenso wiedie verschiedene Natur der Ansprüche erzeuge seitens derbetreffenden Betheiligten vorerst ein starkes Widerstrebengegen die Herstellung einer vollen Gütergemeinschaft. Auchdie Verwaltung werde auf große Schwierigkeiten stoßen.Die Selbstverwaltung würde gefährdet sein, deren Prinzip,ein ungeheuer wichtiges, nicht aufgegeben werden dürfe.Aber ein Ausweg stehe offen in der solidarischen Ueber-nahme aller Lasten. In diesem Augenblick ist die letzteEntscheidung noch nicht getroffen, aber nach dem Geistuud Gang der Verhandlungen ist kaum zu zweifeln, daßdie einzelnen Knappschaftskassen eine Ausgleichung sowohlin der Uebernahme ihrer wandernden Mitglieder als in