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Die Arbeiterfrage unter dem Gesichtspunkte des Vereinsrechtes / Ludwig Bamberger
Entstehung
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Schicds- und Einignugsänttcr.

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gesichtspunkt bilden, müssen wir sie möglichst kurzcharakterisiren.

Herr Mundella ist ein Industrieller und Mitglied-des Parlaments. Sein Wirkungskreis ist das Strumpf-wirker- nnd Spitzenwebergeschäft des Bezirks von Notting-ham . Sein System beruht wesentlich darauf, ohne eigent-lichen Nichterspruch durch gegenseitiges Nachgeben zu einerVerständigung zu kommen. Gleiche Anzahlen von Arbeit-gebern nnd Arbeitern (bald 10, bald 7 von jeder Gattung)werden um einen Tisch versammelt. Sie bilden einenpermanenten Ausschuß; sie wählen ihren Vorsitzenden aussich; jede Partei hat ihren Sekretär; der der Arbeiter istmit ^ 10 per Jahr bezahlt. Im großen Kreis befindetsich noch einmal ein kleinerer von weniger Mitgliedern(je zwei) eingeschachtelt, welcher den streitigen Fall zuerstim Stillen auszugleichen sncht. Grundprinzip ist be-merkenswerther Weise, daß in den hier vertretenen Indu-strien nur nach Stücklohn gearbeitet werden soll. JederAntrag auf Lohnveränderung muß iu Monatsfrist bei demEinigungsamt voraus eingebracht werden. Bei der end-gültigen Erledigung der aufgeworfenen Frage sucht mansich von beiden Seiten mit Argumenten zu überzeugen.Die Fabrikanten, fagt Mundella (in seiner Aussage vorder Commission, aus welcher die Darstellung seines Systemsin alle andern Schilderungen übergegangen ist), schickenzuweileu Arbeiter nach Frankreich nnd Deutschland , damitsie sich von dem Stand der Preise und Löhne in denConcurrenzländern überzeugen. Bis auf zwei oder dreiFabrikanten haben sich alle in Nottinghamshire , Derby-shire nnd Leicesiershire diesem System angeschlossen. Beider Wahl der Arbeiterbezirke wählen auch die mit, welchenicht in Iracle vniuns sind, wenn sie nur in den